Villingen-Schwenningen - Staatssekretär Dr. Andre Baumann MdL (Grüne) setzte sich gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Martina Braun (Grüne) und Frank Bonath (FDP) mit den durch Biber verursachten Problemen in Villingen-Schwenningen auseinander.

Oberbürgermeister Jürgen Roth und Bürgermeister Detlev Bührer leiteten die Delegation zur mehrstündigen Besichtigung der betroffenen Gebiete. Dabei wurden insbesondere die Biberschäden am Regenrückhaltebecken Ziegelbach, am Schumacherhäuslweg sowie in weiteren betroffenen Gebieten wie dem Wieselsbachtal begutachtet.
Baumann zeigte Verständnis für die Sorgen der Stadt Villingen-Schwenningen und versicherte:
„Wir nehmen die Anliegen der Städte und Gemeinden sehr ernst und werden gemeinsam mit den Fachbehörden prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, um eine tragfähige Lösung zu finden.“
Landtagsabgeordneter Frank Bonath betonte, dass eine enge Abstimmung zwischen den Gemeinden, dem Land und den zuständigen Behörden erforderlich sei:
„Wir müssen Wege finden, die wirtschaftlichen Interessen der Kommunen mit dem Schutz der Natur in Einklang zu bringen.“

Oberbürgermeister Roth sowie Bürgermeister Bührer schilderten die Herausforderungen, die durch den Biber entstehen. Am Regenrückhaltebecken Ziegelbach verursacht das Tier einen hohen Managementaufwand und birgt Risiken für die Wasserregulierung. Besonders problematisch ist die Lage am Schumacherhäuslweg, wo die Forstwirtschaft massive wirtschaftliche Schäden verzeichnet.
Vertreter des Grünflächen- und Tiefbauamts sowie des Forstamts gaben Einblicke in die konkreten Maßnahmen, die bisher ergriffen wurden, und erörterten mögliche Lösungsansätze.
Landtagsabgeordnete Martina Braun hob hervor, dass der Biber als geschützte Art wertvolle Biotope erschaffen kann und in vielen Fällen eine Bereicherung für die Natur darstellt. Sie betont aber auch:
„An den Stellen, wo es durch Biberdämme und Biberburgen massive Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit von Anlagen oder Bewirtschaftungserschwernisse gibt, muss der Biber vergrämt werden.“

Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte:
„Während der Biber in vielen Fällen eine Bereicherung für die Natur darstellt, müssen wir dort, wo er erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht oder gar Menschenleben gefährdet, auch Maßnahmen zur Entnahme in Betracht ziehen. Eine nachhaltige Koexistenz erfordert pragmatische und gesetzeskonforme Lösungen, die sowohl den Artenschutz als auch die berechtigten Interessen der Kommunen berücksichtigen.“
Die Gespräche zeigten deutlich, dass eine koordinierte Strategie erforderlich ist, um die durch den Biber verursachten Schäden langfristig zu minimieren. Alle Beteiligten vereinbarten, den Austausch fortzusetzen und eine tragfähige Lösung für Mensch und Natur zu entwickeln.